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Der erste Ballettauftritt: Was Eltern erwartet und wie sie ihr Kind unterstützen können

Der erste Ballettauftritt – ein ganz besonderer Moment

Artikel von Roman Linke,   Ehemaliger Tänzer des Bayerischen Staatsballetts, heute tätig als Ballettpädagoge, Choreograph und Regisseur. Seit 1993 Leiter der Ballettschule Bartosch-Linke in Rosenheim.

Lesezeit: ca. 3 Minuten             Veröffentlichung: August 2026

Der erste Ballettauftritt ist für Kinder ein aufregendes Erlebnis.  Zum ersten Mal wird aus dem vertrauten Ballettsaal eine Bühne und aus dem Training eine kleine Aufführung vor Publikum.

Auch für Eltern ist dieser Moment etwas Besonderes. Sie sind oft genauso nervös wie ihre Kleinen. Viele fragen sich: Was muss ich vorbereiten? Wird mein Kind nervös sein? Und wie kann ich unterstützen, ohne zusätzlichen Druck aufzubauen?

Die wichtigste Antwort lautet: Der erste Ballettauftritt muss nicht perfekt sein. Er soll Freude machen und eine schöne Erinnerung werden.

Vor der Ballettaufführung: Vorfreude statt Druck

Schon viele Monate vor dem Auftritt beginnen die Proben. Dabei lernen die kleinen und großen Tanzenden ihre Choreografie und üben gemeinsam in einer  Gruppe. Eltern sollen Interesse zeigen, gleichzeitig sollte der Auftritt nicht zu einer Prüfung werden.
Fragen wie:

  • „Freust du dich schon auf die Aufführung?“
  • „Was gefällt dir an eurem Tanz besonders gut?“
  • „Ist heute etwas Lustiges in der Probe passiert?“
    sind oft besser als ständiges Nachfragen, ob wirklich jeder Schritt sitzt.

So bleibt die Vorfreude erhalten und das Kind erkennt: Es geht darum, gemeinsam etwas Schönes zu erleben.

Kinder bei ihrem ersten Ballettauftritt auf der Bühne

Foto: Roland Troll

Am Tag des ersten Auftritts
Am großen Tag darf es ruhig ein bisschen aufregend werden. Ballettkleidung, Frisur, vielleicht ein wenig Bühnen-Make-up – für viele Kinder
gehört das alles zum besonderen Erlebnis dazu.

Planen Sie ausreichend Zeit ein. Hektik kurz vor der Aufführung kann die Nervosität unnötig verstärken. Eine vertraute Mahlzeit, ausreichend Flüssigkeit und genügend Zeit zum Ankommen helfen dabei, entspannt in den Tag zu starten.
Sobald das Kind bei der Ballettlehrkraft ist, dürfen Eltern auch ein Stück weit loslassen. Die Lehrkraft begleitet die Kinder durch die Vorbereitung und sorgt dafür, dass sie wissen, wann ihr Auftritt beginnt.

Was tun bei Lampenfieber?

Lampenfieber ist vollkommen normal. Manche Kinder werden plötzlich ganz still, andere sind besonders aufgeregt oder sagen kurz vor dem Auftritt: „Ich möchte nicht mehr!“ Das muss nicht bedeuten, dass das Kind tatsächlich nicht auftreten möchte.
Es weiß nur gerade nicht, wie es mit der Spannung umgehen soll. Ruhe hilft! Die Gemeinschaft der Gruppe und die in der langen Probezeit aufgebauten Routinen helfen. Aufregung bitte nicht bewerten, sondern annehmen.

„Du bist aufgeregt – das ist ganz normal. Wir sind stolz auf dich und freuen uns mit dir zu tanzen.“

Der erste Moment auf der Bühne

Und dann ist es plötzlich so weit: Die Musik beginnt und das eigene Kind steht auf der Bühne. Für Eltern ist das häufig der emotionalste Moment der gesamten Aufführung. Vielleicht klappt die Choreografie wunderbar. Vielleicht wird eine Bewegung vergessen oder das Kind schaut kurz zur Seite. Vielleicht tanzt es nicht jeden Schritt genauso, wie es ihn in den Proben gelernt hat.

Das ist völlig in Ordnung.

Eine Kinderaufführung ist keine Prüfung und kein Wettbewerb. Der eigentliche Erfolg besteht darin, dass sich das Kind getraut hat, vor anderen Menschen aufzutreten.

Nach dem Auftritt: Was Eltern sagen können

Nach der Aufführung möchten Eltern natürlich wissen, wie es gelaufen ist. Gerade beim ersten Ballettauftritt sollte jedoch nicht die Leistung im Mittelpunkt stehen.

Sätze wie:

„Du hast dich auf die Bühne getraut!“

oder

„Ich habe gesehen, wie viel Freude du beim Tanzen hattest.“

geben Kindern ein gutes Gefühl. Auch wenn einmal ein Schritt nicht funktioniert hat, muss dieser Fehler nicht sofort analysiert werden.

Das Wichtigste ist, dass Ihr Kind den Auftritt mit einem positiven Erlebnis verbindet.

Was Kinder durch ihren ersten Auftritt lernen

Ein Ballettauftritt dauert vielleicht nur wenige Minuten. Die Erfahrung, die ein Kind dabei sammelt, kann jedoch lange bleiben.

Kinder lernen:

  • vor anderen Menschen aufzutreten,
  • mit Aufregung umzugehen,
  • sich auf eine Aufgabe vorzubereiten,
  • Teil einer Gruppe zu sein,
  • Verantwortung zu übernehmen,
  • und vor allem: sich selbst etwas zuzutrauen.

Das sind Erfahrungen, die weit über den Ballettunterricht hinausreichen können.

Der erste Auftritt muss nicht perfekt sein

Vielleicht wird Ihr Kind später einmal mit strahlenden Augen von der Bühne kommen. Vielleicht ist es zunächst einfach nur erleichtert, dass alles vorbei ist. Beides ist völlig normal. Ein Ballettauftritt soll vor allem eine schöne Erfahrung sein.

Denn vielleicht entsteht genau in diesem Moment ein kleines Stück Selbstvertrauen, das Ihr Kind ein Leben lang begleitet. Nach dem Motto:

„Ich war aufgeregt – und ich habe es trotzdem geschafft.“

Lust auf den ersten Ballettauftritt?

Der Weg auf die Bühne beginnt nicht mit Perfektion, sondern mit Freude an der Bewegung. Wenn Ihr Kind gerne tanzt und Sie gemeinsam herausfinden möchten, ob Ballett das passende Hobby ist, lernen Sie unseren Unterricht gerne bei einer kostenlosen Probestunde kennen.

Wir freuen uns darauf, Ihr Kind kennenzulernen und gemeinsam die ersten Schritte im Ballett zu gehen.

Ungewöhnliche Dinge im Ballettsaal

Ungewöhnliche Dinge im Ballettsaal

Die Ferien haben begonnen und schon tauchen ungewöhnliche Dinge im Ballettsaal auf! Klettergurte und Werkzeug? Im Ballettsaal? Was Verrücktes hat sich Roman denn da wieder ausgedacht?

Nein! Diesmal ist Roman nicht schuld! Bevor die ersten Sommerkurse beginnen sind kleine Renovierungsarbeiten angesagt. Hier werden die Rollos geflickt und repariert, damit der Wind sie nicht weiter zerfetzen kann. Unser guter Geist hat eine Möglichkeit gefunden, sie zu kleben und zu verschweißen, damit wir alle vor der Sommersonne geschützt bleiben! Die Ausrüstung dient zur Sicherung! Dieser Tausendsassa kann wirklich fast alles, doch fliegen eben noch nicht! Mit dieser Ausrüstung ist er sicher, wenn er sich aus dem Fenster lehnt!

DANKE!

 

 

Danke für Eure Wertschätzung!

Danke für Eure Wertschätzung!

Schuljahres-Ende, Zeit der Veränderung! Danke für Eure Wertschätzung!

Das Schuljahr geht zu Ende und auf manche kommen große Veränderungen zu. Vorschulkinder freuen sich auf den ersten Schultag, diejenigen, die einen Schulabschluss gemacht haben, beginnen mit einer Lehre oder einem Studium. Manche haben sich auch entschieden, zunächst einmal die Welt zu bereisen.
Es gibt Kinder, die ein anderes Hobby ausprobieren wollen und mit dem Ballett aufhören und es gibt die Abiturienten und Abiturientinnen, die weit in die Welt hinausgehen, um ihr Studium zu beginnen. Manche waren über 15 Jahre bei uns, haben an vielen  Aufführungen teilgenommen und man merkt wie emotional der Abschied ist.

Denkt daran, bei uns ist immer die Türe offen und ihr dürft gerne zurückkommen und mit uns trainieren! Wir wünschen euch auf dem weiteren Lebensweg von allen das Allerbeste! Wir bedanken uns für die vielen Geschenke und Blumen! Wir danken euch für die schönen Jahre und die uns entgegengebrachte Wertschätzung!

Großartig: Sommerferien mit Sommerkursen

Großartig: Sommerferien mit Sommerkursen

Wir verabschieden uns zwar zum 2. August in die Sommerferien, freuen uns aber schon auf die Sommerkurse mit euch!

Sommerferien

Für die kostenlosen Probestunden im Herbst sind noch wenige Plätze frei.
Ab dem Alter von vier Jahren gibt es ballettvorbereitende Kurse, ab dem Alter von sechs Jahren Ballett, ab dem Alter von 7 Jahren auch Modernen Tanz.
Bei Interesse nutzen Sie einfach das INTERESSENTENFORMULAR.
Auch für Erwachsenenkurse – ob Ballett, Spitze, Zeitgenössisch oder Modern Jazz – können sich Interessierte über dieses Formular melden!

Wir wünschen allen erholsame Sommertage! Kommt gesund wieder!

Weiter geht es mit dem Unterricht – entsprechend dem bayerischen Schulferienkalender – in der Woche ab Dienstag, 15. September 2026.
Siehe auch Ferienkalender des Landes Bayern. Es gilt der alte Stundenplan!

Nummer gegen Kummer

Nummer gegen Kummer

Bevor die Sommerferien beginnen steht noch die Zeugnisübergabe an. Vielleicht für manche Kinder (und Eltern) mit nicht ganz so guten Nachrichten. Die Nummer gegen Kummer ist unter der 116 111 für Kinder und Jugendliche erreichbar.

Die 0800 1110550 gezielt an Eltern und Erziehende gerichtet. Der Anruf ist kostenlos, bleibt geheim und taucht nicht auf der Telefonrechnung auf. Falls Ihr oder Eure Kinder (egal welchen Alters) mit dem Ergebnis nicht zufrieden seid und jemanden zum Reden braucht, ist die „Nummer gegen Kummer“ wieder für Euch da!

Etikette im Ballettsaal: Regeln für einen respektvollen Ballettunterricht

Etikette im Ballettsaal: Höflichkeit, Rücksicht und Sicherheit im Ballettunterricht

Artikel von Roman Linke
Ehemaliger Tänzer des Bayerischen Staatsballetts, heute tätig als Ballettpädagoge, Choreograph und Regisseur. Seit 1993 Leiter der Ballettschule Bartosch-Linke in Rosenheim.

Lesezeit: ca. 5 Minuten
Veröffentlichung: Juli 2026

Ein Ballettsaal ist ein besonderer Ort. Hier treffen Konzentration, Disziplin, Musikalität und Freude an der Bewegung aufeinander. Damit der Unterricht für alle Beteiligten angenehm, sicher und produktiv verläuft, spielt Ballettsaal-Etikette eine wichtige Rolle. Sie ist kein starrer Regelkatalog, sondern Ausdruck von Respekt, Aufmerksamkeit und einem guten Miteinander.

Aus meinen Jahren der Ausbildung in München an der Hochschule für Musik und Theater sowie aus der Erfahrung an deutschen, europäischen und internationalen Theatern habe ich viele kleine Gepflogenheiten kennengelernt, die den Unterrichtsalltag spürbar erleichtern. Gerade für Kinder, Jugendliche, erwachsene Anfänger und ihre Eltern ist es hilfreich, diese Grundlagen zu kennen.

Etikette im Ballettsaal 2

Warum Etikette im Ballettsaal wichtig ist

Ballett ist eine Kunstform, die Präzision verlangt. Gleichzeitig bewegen sich viele Menschen in einem vergleichsweise kleinen Raum, oft mit schnellen Richtungswechseln, Sprüngen und komplexen Abläufen. Ein achtsames Verhalten schützt daher nicht nur die Atmosphäre im Raum, sondern auch die körperliche Unversehrtheit aller Beteiligten.

Ballettsaal-Etikette bedeutet:

  • Respekt gegenüber Lehrenden und Mitschülerinnen und Mitschülern
  • Rücksichtnahme im gemeinsamen Raum
  • Aufmerksamkeit für Abläufe und Regeln
  • ein konzentriertes, freundliches Lernumfeld

Diese Grundsätze gelten für alle Altersgruppen und für alle Geschlechter gleichermaßen.

Die wichtigsten Grundsätze der Ballettsaal-Etikette

1. Pünktlichkeit ist selbstverständlich

Pünktlich zum Unterricht zu erscheinen, zeigt Respekt gegenüber der Lehrperson und der Gruppe. Wer rechtzeitig da ist, kann sich in Ruhe umziehen, aufwärmen und innerlich auf den Unterricht einstellen.

Gerade im Ballett ist ein guter Beginn wichtig. Wer zu spät kommt, verpasst oft die Aufwärmphase und riskiert, den Ablauf zu stören oder sich selbst zu überfordern. Sollte es ausnahmsweise doch einmal später werden, ist ein ruhiges und unauffälliges Eintreten besonders wichtig. Am besten wartet man bei der Tür, bis die Übung, die gerade absolviert wird, abgeschlossen ist, und betritt dann erst den Raum, um sich leise in die Gruppe einzufügen.

2. Die Vorgaben des Hauses respektieren

Jede Ballettschule oder jeder Ballettsaal hat eigene Regeln. Dazu können gehören:

  • einheitliche Kleidung oder Dresscode
  • Kein Schmuck im Ballettsaal
  • Foto- und Filmverbot
  • die Nutzung von Garderoben und Aufenthaltsräumen

Diese Vorgaben dienen nicht der Einschränkung, sondern schaffen Ordnung, Sicherheit und Konzentration. Besonders für Kinder und Eltern ist es hilfreich, diese Regeln von Anfang an ernst zu nehmen.

3. Beim Betreten eines Raumes grüßen

Ein einfacher Gruß gehört zu den schönsten und wichtigsten Formen der Etikette im Ballettsaal. Wer einen Raum betritt — sei es Garderobe oder Studio — grüßt freundlich. Das gilt auch gegenüber der Lehrperson und, falls vorhanden, dem Pianisten oder der Pianistin.

Ein solcher Gruß schafft eine angenehme Atmosphäre und zeigt: Ich bin da, ich nehme den Raum und die Menschen darin wahr.

4. Aufmerksamkeit gegenüber Lehrenden und Begleitung am Klavier

Der Gruß an die Ballettlehrerin oder den Ballettlehrer ist ein Zeichen von Respekt. Wenn ein Pianist oder eine Pianistin den Unterricht begleitet, gehört auch ihnen ein freundliches Willkommen. Denn der Unterricht lebt nicht nur von der Bewegung, sondern auch von der Musik — und diese Zusammenarbeit verdient Wertschätzung.

5. Applaus am Ende der Stunde

In vielen Ballettschulen ist es üblich, am Ende der Unterrichtsstunde mit Applaus zu danken. Das ist eine schöne Geste der Anerkennung für die Arbeit der Lehrperson und der musikalischen Begleitung.

Ein solcher Moment rundet die Stunde ab und stärkt das Gemeinschaftsgefühl. Er erinnert daran, dass Ballett nicht nur Technik, sondern auch Kunst und Kommunikation ist.

6. Rücksicht, Hilfsbereitschaft und gegenseitige Wertschätzung

Im Ballettsaal sollte jede Person darauf achten, anderen genug Raum zu lassen. Dazu gehört:

  • nicht zu drängeln
  • aufmerksam aufeinander zu achten
  • Hilfestellung zu geben, wenn sie gebraucht wird
  • Lob und Kritik respektvoll zu äußern
  • die Leistung anderer nicht zu vergleichen oder abzuwerten

Gerade für Kinder und Jugendliche ist das ein wichtiger Lernraum. Sie erfahren, wie wertvoll ein respektvolles Miteinander ist. Auch erwachsene Anfänger profitieren davon, wenn sie sich in einer freundlichen und unterstützenden Umgebung bewegen dürfen.

Kleine Achtsamkeiten mit großer Wirkung

Es sind oft die kleinen Dinge, die den Ballettunterricht leichter und schöner machen. Dazu gehören zum Beispiel:

  • die eigene Tasche ordentlich abzustellen
  • nicht unnötig laut zu sprechen
  • während Erklärungen zuzuhören
  • keine anderen Tänzerinnen und Tänzer zu behindern
  • den Raum nach dem Unterricht ordentlich zu verlassen

Solche Gewohnheiten fördern nicht nur die Ordnung, sondern auch die Konzentration. Und genau diese Konzentration ist im Ballett Gold wert — manchmal sogar mehr als perfekt sitzende Schleifen.

Etikette ist kein Selbstzweck

Ballettsaal-Etikette hat nichts mit Strenge um ihrer selbst willen zu tun. Sie ist auch keine Frage von Rang oder Hierarchie. Vielmehr dient sie dem Handwerk des Tanzes: dem sicheren, respektvollen und konzentrierten Arbeiten im Raum.

Ein Ballettsaal ist ein Ort, an dem viele Körper gleichzeitig in Bewegung sind. Gerade deshalb sind klare Abläufe und höfliches Verhalten wichtig. Sie helfen, Unfälle zu vermeiden und ermöglichen allen Beteiligten, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: das Tanzen.

Fazit: Respekt macht den Ballettunterricht besser

Ob Kinder, Jugendliche oder erwachsene Teilnehmende — wer die Grundsätze der Ballettsaal-Etikette kennt, findet sich schneller in den Unterricht ein und trägt zu einer angenehmen Lernatmosphäre bei. Pünktlichkeit, Höflichkeit, Rücksicht und Aufmerksamkeit sind keine Nebensache, sondern ein fester Bestandteil der Ballettkultur.

Denn guter Tanz beginnt nicht erst an der Stange oder im Zentrum. Er beginnt schon mit dem ersten Schritt in die Ballettschule.
Auch die begleitenden Eltern dürfen gerne mit dazu beitragen, dass das Miteinander gut gelingt.

Innerer Schweinehund – Prokrastination 

Innerer Schweinehund – Prokrastination 

Wie kommst du ins Tun?

Artikel von Roman Linke. Er war Tänzer des Bayerischen Staatsballetts und ist nun als Ballettpädagoge, Choreograph und Regisseur tätig. Seit 1993 Leiter der Ballettschule Bartosch-Linke in Rosenheim.

Lesezeit:  4 Minuten

Innerer Schweinehund – Prokrastination 

Prokrastination ist KEINE Faulheit! Prokrastination ist im Gegensatz zu Faulheit ein aktiver Prozess, denn Faulsein bedeutet, nichts zu tun. Menschen, die unter Prokrastination leiden vermeiden zwar bestimmte Tätigkeiten, beschäftigen sich stattdessen mit anderen Dingen. Diese müssen nicht zwangsläufig schönere Dinge sein.

Du möchtest dich dehnen, kannst dich aber nicht überwinden jeden Tag an deiner Beweglichkeit zu arbeiten? Hier X Tipps, wie du deinen inneren Schweinehund überwinden wirst.

  • Schaffe dir ein konkretes Ziel! Die Idee  „Ich will beweglicher werden“  ist zu allgemein. Finde etwas, das du gut visualisieren kannst. Zum Beispiel:   „Ich verbessere meinen Spagat vorwärts auf beiden Seiten.“ 
  • Nimm dir NICHT zu viel auf einmal vor!  Bleiben wir beim Beispiel Spagat: Wenn du heute deinen Schritt mit gestreckten Knien etwa 20 Zentimeter über den Boden hast, ist es unrealistisch und meist körperlich unmöglich in 14 Tagen im Split auf dem Boden sitzen zu können. 
  • Teilen dir die Aufgabe in kleine Schritte auf. Denk an Romans Spruch: Mühsam das Eichhörnchen!   Das bedeutet – kleine Schritte / kurze Trainingseinheiten dafür immer mehrere über den Tag / die Woche verteilt.
  • Feste Zeitpunkte  Lege dir täglich einen oder mehrere feste Zeitpunkte fest, an dem du an deinem Ziel arbeitest. (Morgens gleich nach dem Aufstehen oder gleich wenn ich aus der Schule komme)
  • Schaffe dir Erinnerungshilfen. Stell dir einen Wecker, aktiviere auf deinem Handy die Erinnerungsfunktion oder lass dich von deinen Eltern erinnern.
  • Belohne dich auch für kleine Erfolge. Heute eine Trainingseinheit mehr geschafft als geplant, mach was schönes mit deinen Freunden. Heute die erste sichtbare Verbesserung – du hast dir eine Belohnung verdient!
  • Reflektiere deinen Trainingsplan. Überlege was gut geklappt hat oder welche Situationen dich aufgehalten haben. Was willst du verändern? Uhrzeiten? Häufigkeit? Den Ort?

Ich empfehle zudem, sich Unterstützung zu suchen. Sprich mit deiner Lehrerin / deinem Lehrer über dein Vorhaben. Die Lehrpersonen haben, da sie dich genau kennen, sicher einige Tips, speziell auf deinen Körper zugeschnitten. Wenn ich persönlich nicht all zu viel von Wettbewerben halte, eine Challenge mit einer Freundin oder einem Mitschüler kann sehr motivierend wirken.  

Zusammenfassung:

  • Schaffe dir ein konkretes Ziel!
  • Nimm dir NICHT zu viel auf einmal vor! 
  • Teilen dir die Aufgabe in kleine Schritte auf.
  • Feste Zeiten einplanen
  • Sorge für Erinnerungen und Unterstützung von außen
  • Feiere deine Erfolge und belohne dich

Diese Tips funktionieren auch für die Schule z.B. beim Vokabellernen!

Viel Erfolg!

Dein Roman Linke 

Dich interessieren Artikel von Roman Linke? Lies hier weiter.

Ballett – Regeneration und Schlaf – 7 Aspekte

Ballett – Regeneration und Schlaf

Artikel von Roman Linke dem ehemaligen Tänzer des Bayerischen Staatsballetts, jetzt Ballettpädagoge, Choreograph und Regisseur. Seit 1993 Leiter der Ballettschule Bartosch-Linke in Rosenheim.

Lesezeit: 2 Minuten        Veröffentlicht am 06.Juli 2026

Ballett – Regeneration und Schlaf

Jedes Training, jede sportliche Bewegung stellt für deinen Körper auch eine gewisse Belastung dar. Der Ballettunterricht bildet da keine Ausnahme. Ein wichtiger Aspekt für deine Regeneration ist genügend zu schlafen.

Guter und ausreichender Schlaf fördert dein Wohlbefinden, deine Gesundheit und deine Leistungsfähigkeit. Es ist wissenschaftlich gesichert, dass Schlaf bei der Verarbeitung deiner Emotionen, bei der Gedächtnisbildung und der Regeneration deines Körpers eine große Rolle spielt.

Im Durchschnitt schläft ein gesunder Erwachsener zwischen 7 und 9 Stunden.
Kinder und Jugendliche brauchen oft mehr, denn guter Schlaf sorgt für körperliche und geistige Erholung. In dieser Zeit sorgen zahlreiche komplexe Prozesse für deine Gesundheit, Regeneration, Leistungsfähigkeit und Stärkung deines Immunsystems.

So verarbeitet das Gehirn Erlebnisse und Emotionen. Das erhöht deine Konzentrations- und Lernfähigkeiten und ist ein wichtiger Beitrag zur psychischen Gesundheit. Es laufen viele hormonelle Prozesse in der Nacht ab. Zum Beispiel wird der Muskelaufbau durch die Ausschüttung von Wachstumshormonen angeregt.
Melatonin, Cortisol und eben diese Wachstumshormone steuern deinen Stoffwechsel und körperliche Erholung.
Im Schlaf bekämpft dein Körper eventuelle Entzündungen, unterstützt Erholung und Heilung.

Weitere positive Aspekte von ausreichenden Schlaf laut AOK sind Schutz vor Übergewicht, Verringerung des Risikos von Diabetes und Stärkung deines Herzens.

Zusammenfassend gesehen sorgt ausreichend Schlaf für

  • Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit
  • Fördert Gedächtnis, Immunsystem, Konzentrations- und Lernfähigkeiten
  • Unterstützt Muskelaufbau, Regeneration und Heilungsprozesse.

Dich interessieren Artikel von Roman Linke? Lies hier weiter.

5 Dinge, die Ihr Kind im Ballett lernt – ganz ohne es zu merken

5 Dinge, die Ihr Kind im Ballett lernt – ganz ohne es zu merken

Wenn Eltern an Ballett denken, fallen ihnen oft Tutu, Musik und elegante Bewegungen ein. Doch Ballett vermittelt Kindern viel mehr als Tanzschritte. Viele Fähigkeiten begleiten sie ein Leben lang.

Wir haben 5 Dinge, die Ihr Kind im Ballett lernt – ganz ohne es zu merken zusammengetragen

1. Selbstvertrauen
Jede neue Übung, jede gemeisterte Herausforderung und jeder Auftritt stärkt das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Kinder lernen: „Ich kann das schaffen!“

2. Konzentration und Aufmerksamkeit
Im Unterricht hören die Kinder zu, beobachten genau und setzen das Gelernte Schritt für Schritt um. Das fördert ihre Konzentration – auch im Schulalltag.

3. Respekt und Rücksichtnahme
Ballett lehrt einen wertschätzenden Umgang miteinander. Die Kinder lernen, aufeinander zu achten, gemeinsam zu lernen und sich gegenseitig zu unterstützen.

4. Körperbewusstsein und eine gesunde Haltung
Durch altersgerechte Übungen entwickeln Kinder Koordination, Gleichgewicht und eine aufrechte Haltung. Sie lernen, ihren Körper bewusst wahrzunehmen und sich sicher zu bewegen.

5. Durchhaltevermögen
Nicht alles gelingt sofort – und genau darin liegt eine wertvolle Erfahrung. Mit Geduld und regelmäßigem Üben erleben Kinder, wie sie ihre Ziele Schritt für Schritt erreichen.

Das Schönste daran: Die Kinder nehmen diese Fähigkeiten ganz selbstverständlich mit – während sie tanzen, lachen und Freude an der Bewegung haben.

Denn Ballett ist nicht nur ein Hobby. Es ist eine wunderbare Schule fürs Leben.

Das sind sie, die 5 Dinge, die Ihr Kind im Ballett lernt – ganz ohne es zu merken

 

 

 

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Sommerliche Temperaturen und (Ballett)-Training

Sommerliche Temperaturen und (Ballett)-Training

Artikel von Roman Linke, ehemaliger Tänzer des Bayerischen Staatsballetts, Ballettpädagoge, Choreograph und Leiter der Ballettschule Bartosch –  Mai 2025, aktualisiert Juni 2026

Sommerliche Temperaturen bieten Risiken

Sonnenbrand
Auch wenn Roman behauptet, der Ballettsaal sei der Ort, an dem die Sonne Tag und Nacht scheint, einen Sonnenbrand wirst hier du NICHT bekommen!

Kreislauf
Dein Kreislauf wird bei Hitze mehr belastet. Training bedeutet immer einen Anstieg der Herzfrequenz und der Körpertemperatur. Blutgefäße weiten sich. Dadurch können unter anderem Kopfschmerzen und Schwächegefühle auftreten.

Flüssigkeitsverlust
Durch stärkeres Schwitzen verliert dein Körper viel Flüssigkeit, Salze und Elektrolyte.
Die Nährstoff-Speicher leeren sich schneller und dein Körper braucht zur Kühlung noch mehr Flüssigkeit.

Ermüdung
Schnellere Ermüdung und Nachlassen der Konzentration.

Was wir für euch tun
Die Lehrerinnen und Lehrer der Ballettschule Bartosch-Linke betonen in jedem Unterricht, wie wichtig es ist, die Signale des eigenen Körpers wahr zu nehmen und richtig zu deuten!

Warnsignale ernst nehmen! Bei

  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Krämpfen
  • sehr schnellem Puls
  • Übelkeit

sag deiner Lehrerin, deinem Lehrer Bescheid und mach eine Pause! Trinke ausreichend und in kleinen Schlucken, NICHT zu kalt!
Setze dich oder lege dich mit erhöhten Beinen (unsere Kissen lassen sich prima stapeln) auf den Rücken.

Extra-Tipp: Lass kaltes Wasser über Hände und Arme laufen und/oder lege dir einen kühlenden Umschlag in den Nacken.

Wenn ein heißer Tag erwartet wird, ist Roman schon sehr früh in der Ballettschule, nutzt den kühlen Morgen, um mit kräftigem Durchzug die gesamten Räume zu lüften und zu kühlen. Sobald die Außentemperaturen steigen, schließen wir alle Fenster und Rollos. Wir haben Klimageräte angeschafft und unterstützen den Kühleffekt mit nebelfeuchten Tüchern in deren Luftzug. Wir machen mehrere Trinkpausen während der Unterrichtsstunde und fordern euch zum Trinken auf.

Außerdem fahren wir die Trainingsintensität herunter, vereinfachen oder kürzen auch mal Bewegungsfolgen.

Anpassung des Unterrichts
Alle Lehrenden der Ballettschule Bartosch-Linke beobachten ihre Schülerinnen und Schüler noch genauer auf Anzeichen hitzebedingter Symptome. Übungen zum Kraftaufbau werden reduziert. Dafür dehnen wir uns mehr. Gegebenenfalls verkürzen wir die Unterrichtseinheiten.

Trinken
Bitte schon vor dem Training genügend Flüssigkeit zu sich nehmen! Wie oben schon kurz beschrieben:
Während der Trainingseinheiten gerne zwischendurch trinken und besonders die Trinkpausen nutzen. Kleine Schlucke, dafür öfter, NICHT eiskalt.

Essen
Möglichst nicht ganz nüchtern mit dem Training beginnen. Achte auf eine leichte und ausgewogene Kost. Mit Obst, Nüssen, Milch- und Vollkornprodukten lassen sich deinem Körper gut Mineralien zuführen. Bananen eignen sich besonders gut, denn sie haben viel Magnesium und Kalium. Riegel und mit Elektrolyten angereicherte Getränke können deine Ernährung ergänzen.

Duschen und Kühlung durch Wasser
Lauwarm zu duschen hilft deinem Körper am besten etwas abzukühlen.

 Zusammenfassung:
Ballett zu trainieren ist auch bei hohen Temperaturen gut möglich. Wenn du genug trinkst, die Trainingsintensität anpasst und achtsam auf deinen Körper hörst, bestehen für gesunde Menschen keine Risiken.

Tip.: Nutze die warme Zeit deinen Fokus mehr auf Dehnungen zu legen, denn deine Muskulatur fühlt sich viel weicher an.

Informationen über unsere Sommerkurse

Jetzt wünschen wir euch allen viel Spaß bei uns im Training trotz oder gerade wegen des Themas: Sommerliche Temperaturen!